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Traumatisierte Kinder/Jugendliche

Informationen für das Verständnis von traumatisierten Kindern / Jugendlichen und ihren Familien

Kinder und Jugendliche können nach extrem belastenden Erfahrungen an Ängsten, Hilflosigkeit, Verlust der Orientierung und Erschrecken leiden.

Je jünger Kinder sind, je mehr sind sie grundsätzlich auf die hilfreiche Unterstützung von wohlwollenden Erwachsenen angewiesen. Sie brauchen das Gefühl, sich auf die Mutter, den Vater, die Großeltern, Freunde etc. verlassen zu können. Bei manchen traumatischen Ereignissen, wie Unfälle, Gewalttaten, oder Naturkatastrophen, kann es auch passieren, dass eine der wichtigen Vertrauenspersonen verstorben ist oder vermisst wird, schlimmstenfalls haben Kinder und Jugendliche beide Eltern verloren. Damit werden die Gefühle, die durch die unbeschreiblich große Belastung entstanden sind, zusätzlich durch den Verlust der Menschen verstärkt, die ihnen Sicherheit geben könnten. Auf diese Gefühle reagieren Kinder je nach Alter unterschiedlich. Wie bei den Erwachsenen ist das veränderte Verhalten eine normale Reaktion auf eine schwer zu bewältigende Erfahrung. Bei älteren Kindern und Jugendlichen gleichen sich die Verhaltensweisen denen der Erwachsenen immer mehr an.

Folgende veränderte Erlebnis- und Verhaltensweisen (Beschwerden) können bei Kindern und Jugendlichen auftreten:

  • Das Kind spielt immer wieder die gleiche Situation ohne das sich etwas verändert (z. B. könnte dies so aussehen: Häuser umstoßen und Autos umgekippt durch die Haustrümmer schieben und dabei Schreien oder sonstige Laute von sich geben)
  • Das Kind reagiert ohne erkennbaren äußeren Anlass, zerstört z. B. Gegenstände, beginnt plötzlich heftig zu weinen oder zu schreien, klammert sich plötzlich ganz fest oder versucht wegzulaufen
  • Das Kind / der Jugendliche schreit nachts im Schlaf, manchmal ohne davon zu erwachen
  • Das Kind / der Jugendliche schaut mit durchdringendem Blick ins Leere, reagiert nicht auf Ansprechen
  • Das Erlebte läuft wie ein Film immer wieder „vor dem inneren Auge“ ab
  • Teile des Erlebten tauchen immer wieder als Bilder „vor dem inneren Auge“ auf
  • Kinder wollen nicht mehr richtig spielen, auch nicht das Lieblingsspiel
  • Kinder / Jugendliche zeigen ein verändertes Essverhalten (gar nichts mehr oder ganz viel)
  • Kinder / Jugendliche werden still und ziehen sich zurück von ihren Spielkameraden und den Eltern
  • Kinder / Jugendliche wirken wie betäubt, scheinbar teilnahmslos und gleichgültig ihrer Umwelt gegenüber
  • Kinder / Jugendliche zeigen bisher unbekannte heftige aggressive Reaktionen
  • Kinder / Jugendliche vermeiden alles, was an das schlimme Erlebnis erinnern könnte (auch darüber zu reden)Kinder nässen/koten wieder ein, obwohl sie schon länger sauber waren
  • Kinder sprechen wieder, wie sie als jüngere Kinder gesprochen haben
  • Kinder / Jugendliche klammern, wollen sich aus der sicheren häuslichen Atmosphäre nicht entfernen und in den Kindergarten oder die Schule gehen, haben Angst, sich zu trennen
  • Kinder / Jugendliche haben häufiger Bauch- oder Kopfschmerzen
  • Kinder können abends nicht einschlafen oder wachen nachts immer wieder auf
  • Kinder / Jugendliche zeigen wieder / erstmals Dunkelangst
  • Kinder / Jugendliche zeigen eine motorische Unruhe oder sind wie erstarrt
  • Kinder / Jugendliche können sich schlecht konzentrieren, zeigen auf Dauer schlechtere schulische Leistungen
  • Kinder erinnern sich zwar an Details des Geschehens, können sich aber Alltagsdinge nicht mehr merken
  • Kinder / Jugendliche erschrecken sich bei Geräuschen oder Situationen, die sie früher nicht erschreckt haben
  • Jugendliche beginnen, Alkohol zu trinken oder andere Drogen zu nehmen

Je nach Ausmaß der Betroffenheit können Anzahl und Ausprägung der Beschwerden unterschiedlich sein. Auch Kinder und Jugendliche verfügen über Selbstheilungskräfte, können sich allmählich erholen. Um diese Selbstheilungs- und Verarbeitungsprozesse zu fördern, sollte Folgendes beachtet werden:

  • Kinder sind Teil der Familie. Ist ein Kind / Jugendlicher betroffen, ist immer die gesamte Familie mit betroffen!
  • Nehmen Sie sich als Familie eine Auszeit, unterstützen sie Kinder / Jugendlichen, indem Sie sich mit Dingen beschäftigen, die Ihnen vor dem Ereignis gut getan haben.
  • Sorgen Sie als Eltern auch gut für sich, suchen Sie fachkundige Unterstützung für ihre Familie, wenn Sie spüren, dass die Last zu groß wird.
  • Überfordern Sie sich nicht mit dem Anspruch, keinen Fehler machen zu dürfen und alles verstehen zu müssen.
  • Erlauben Sie Ihren Kindern Ihre Betroffenheit und Ihre Gefühle zu sehen.
  • Versuchen Sie den Tagesablauf so zu gestalten, wie er dem Kind vertraut ist, d.h. nach Möglichkeit feste Essens- und Schlafenszeiten.
  • Informieren Sie den Kindergarten / die Schule darüber, das Ihr Kind diese extrem belastende Erfahrung gemacht hat.
  • Fragen Sie Ihr Kind / Jugendlichen nicht aus nach dem Erlebnis, sondern bieten Sie sich vielmehr als Zuhörer an, wenn das Kind / der Jugendliche von sich aus das Thema anspricht.
  • Unterstützen Sie Ihre Kinder, wenn andere Menschen das veränderte Verhalten ihres Kindes nicht respektieren.

Sollte sich das Verhalten zuspitzen, bzw. auch nach 4 Wochen unverändert bestehen bleiben oder verstärkt auftreten, scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe bei einem erfahrenen Berater oder Therapeuten aufzusuchen.

Text: Dipl.-Psych. Monika Dreiner, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

 Text als Word Datei


Broschüre Trauma - Was Tun?

Informationen für Angehörige und Helfer traumatisierter Kinder / Jugendlicher

Trauma - Was Tun?

19-seitiger Ratgeber über Traumatisierung bei Kindern und Jugendlichen, mögliche folgende Beschwerden und wie man ihnen helfen kann - auch auf Türkisch erhältlich

Text von: Dipl.-Psych. Monika Dreiner, analytische Kinder- und Jugendlichentherapeutin und Psychoanalytikerin

"Grundsätzlich gilt: Wird ein Kind traumatisiert, ist die ganze Familie betroffen, auch wenn nicht alle Familienmitglieder die belastende Situation erlebt haben."

Im Laufe unserer Arbeit mit traumatisierten Kindern, Jugendlichen und deren Eltern ist immer wieder die Frage nach schriftlichen Informationen aufgetaucht. Die Eltern wünschen sich etwas, was sie in Ruhe zu Hause durchlesen können. Mit diesem Ratgeber soll diese Lücke nun gefüllt werden.

Klar gegliedert und in verständlicher Sprache wird das Verhalten von traumatisierten Kindern und Jugendlichen beschrieben. Ratschläge zum Umgang mit Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Phasen der Traumabewältigung und verschiedenen Altersstufen werden hier auf anschauliche Weise gegeben.

Der Ratgeber eignet sich auch als Informationsmaterial zum Auslegen in Arzt- und Therapeutenpraxen; sozialen Einrichtungen, Gesundheitszentren u.v.m.

Dieser Ratgeber ist auch auf Türkisch erhältlich.

Den 19-seitigen Ratgeber können Sie gegen eine Schutzgebühr von fünf 0,55 Cent Briefmarken pro Ratgeber bei folgender Adresse anfordern:

Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie 
der Universität zu Köln
z. Hd. Frau Deeley
Springen 26
53804 Much

Bitte geben Sie an, in welcher Sprache Sie den/die Ratgeber bestellen möchten.

Wir bitten um Ihr Verständnis dafür, dass wir keine kostenlosen Exemplare verschicken können. Die Schutzgebühr ist dazu gedacht, unsere doch erheblichen Produktionskosten für diesen Ratgeber sowie Arbeitsaufwand, Verpackung und Porto  zu decken.

Gerne können Sie den Ratgeber auch in größeren Mengen (mit Preisnachlass) bestellen:

25 Exemplare = 37,50 € (inkl. MwSt & Porto)
50 Exemplare = 70,- € (inkl. MwSt & Porto)
100 Exemplare = 125,- € (inkl. MwSt & Porto)

Bitte beachten Sie, dass dieser Preisnachlass NUR für Mengen ab 25 gilt.

Um größere Mengen zu bestellen, drucken Sie bitte folgendes Bestellformular aus und senden oder faxen es ausgefüllt an die auf dem Formular angegebene Adresse / Faxnummer.

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Bücherempfehlung

Brigitte Lueger-Schuster, Katharina Pal-Handl
2004, 123 Seiten, Springer Verlag, ISBN: 3211224165

Wie Pippa wieder lachen lernte: Elternratgeber für traumatisierte Kinder

Traumatische Ereignisse können jedes Kind treffen. Eltern und nahe stehende Angehörige eines betroffenen Kindes sind oft verunsichert, wie sie dem Kind bestmöglich bei der Verarbeitung dieses dramatischen Erlebnisses helfen können. Der Elternratgeber vermittelt anschaulich Informationen, wie kindgerechte Unterstützung aussehen kann. Entwicklungspsychologische Erkenntnisse und viele praxisbezogene Tipps zur Trauma- und Trauerverarbeitung werden leicht verständlich dargestellt. Sie nehmen dabei Bezug auf die Bildgeschichte von der traumatisierten Pippa und ihrem Helfer, den Löwen Leo-Rix. Zusätzlich werden auch praktische Anregungen für den Umgang mit Freunden und Schulkollegen des betroffenen Kindes sowie hilfreiche Informationen über Beratungsstellen, Webpages und weiterführender Literatur für Deutschland, Österreich und die Schweiz gegeben. 

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Brigitte Lueger-Schuster, Regina Lackner, Katharina Pal-Handl, Christiane Nöstlinger
2004, 39 Seiten, Springer Verlag, ISBN: 3211224157

Wie Pippa wieder lachen lernte: Ein Bilderbuch für Kinder

Jedes Kind kann von einem traumatischen Ereignis betroffen werden, sei es durch den plötzlichen oder unerwarteten Tod eines Familienangehörigen, durch einen schweren Verkehrsunfall oder durch das Erleben einer Naturkatastrophe.Viele Kinder wirken nach außen hin unauffällig, doch quälen sie sich innerlich mit Phantasien, wie etwa, dass sie durch schlimm sein schuld am Ereignis sind. Pippa und Leo-Rix ein traumatisiertes Mädchen und sein Hilfstier, der Löwe Leo-Rix bieten dem betroffenen Kind die Möglichkeit sich auszudrücken und Fragen zu stellen. Durch die Identifikation mit den beiden Figuren und den Bezug zum eigenen Erlebnis, welcher in eine Sprechblase eingetragen oder gezeichnet werden kann, hat das Kind die Möglichkeit unterstützt durch Angehörige, Therapeuten oder Helfer sein traumatisches Erlebnis prozesshaft zu verarbeiten. Die Geschichte ist eindrucksvoll mit Grafiken von Christiane Nöstlinger illustriert. 

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Regina Lackner
2005, 131 Seiten, Springer Verlag, ISBN: 3211224149

Wie Pippa wieder lachen lernte: Fachliche Hilfe für traumatisierte Kinder

Traumatische Ereignisse können jedes Kind treffen. Dieser Ratgeber liefert sehr anschaulich fundiertes Wissen über die Bedeutung, Dynamik und die möglichen Folgen einer Traumatisierung sowie über aktuelle Behandlungsansätze. Zudem bietet er für TherapeutInnen, PädagogenInnen und alle Interessierte zahlreiche praktische Anregungen für den Umgang mit betroffenen Kindern, um konkret bei der Bewältigung des Traumas helfen zu können. Das Buch nimmt dabei Bezug auf das in der Reihe erschienene Bilderbuch "Wie Pippa wieder lachen lernte", in dem Pippa mit Hilfe des Löwen Leo-Rix ein traumatisches Erlebnis bewältigt. Zusätzlich werden Vorschläge für den Umgang mit Eltern und Angehörigen von betroffenen Kindern gegeben. Im Anhang finden sich umfassende Informationen über weiterführende Literatur, Webpages sowie über therapeutische Einrichtungen und Fortbildungsinstitute in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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